Spanien im Wandel der Essgewohnheiten

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Die spanische Esskultur gilt seit jeher als Synonym für späte Abendessen und gesellige Runden bis tief in die Nacht. Doch aktuelle Zahlen zeigen einen bemerkenswerten Wandel: Immer mehr Spanier reservieren heute ihren Restauranttisch deutlich früher als noch vor wenigen Jahren.

2016 reservierten nur 31,5 Prozent der Gäste vor 21:00 Uhr, inzwischen sind es bereits 57 Prozent. Die durchschnittliche Essenszeit hat sich um beinahe eine Stunde nach vorne verschoben. Besonders auffällig: Reservierungen nach 22:00 Uhr sind innerhalb von zehn Jahren von 30 auf 15 Prozent gesunken, und das klassische späte Abendessen ab 23:00 Uhr ist fast verschwunden.

Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. Laut Toni Escribano von CoverManager war die Pandemie ein wichtiger Auslöser, doch auch das wachsende Bewusstsein für Gesundheit und besseren Schlaf spielt eine Rolle. Spanier legen mehr Wert auf Unternehmungen am Tag und wollen ihre Abende nicht mehr bis in die Nacht ausdehnen. Auffällig ist, dass vor allem die Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen diesen Trend prägt. Gleichzeitig erlebt das „Tardeo“ – geselliges Ausgehen am späten Nachmittag – einen regelrechten Boom.

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Regional bleiben Unterschiede bestehen: Während in Cádiz erst gegen 21:30 Uhr gegessen wird, sind Las Palmas und Santa Cruz de Tenerife mit durchschnittlich 20:15 Uhr die Frühstarter. Auch Madrid und Barcelona verzeichnen einen Trend zu früheren Abendessen.

Für die Gastronomie bedeutet die Veränderung mehr Flexibilität und bessere Auslastung: Frühe Öffnungszeiten erlauben zwei Sitzungen am Abend. Wer künftig in Spanien gegen 20:30 Uhr essen geht, muss sich also keineswegs wie ein Tourist fühlen – er passt sich dem neuen Rhythmus an.

Quelle: Agenturen